Paula und das Lied der Bäume
Mittwoch, 30. Juli 2014
Philosophische Texte
Hin und wieder überkommt mich die Melancholie oder Kreativität und ich schreibe das ein oder andere. Hier habt ihr ein paar Texte aus meiner Feder.




ÜBER DIE LIEDER DER BÄUME

Wenn Bäume reden könnten, was würden sie tun?
Würden sie uns beschimpfen und ihre Verachtung spüren lassen, weil wir ihnen so weh tun?
Würden sie uns anschreien, weil wir tun, was wir nicht vermeiden, weil uns unsere Selbstsucht regiert?
Wir fällen sie, zerhechseln sie, verbrennen und vertreiben sie - und was sagen sie?
Sie sagen etwas.
Ich schreibe auf Papier und ich bin nicht besser als Andere. Ich liebe das Feuer, den Geruch alter Bücher und ich male auf Papier. Und dennoch scheint der Wald mich nicht zu hassen.
Was sagt er?
Er singt etwas.
Wir töten seine Kinder und wir töten ihn, aber er verzeiht's.
Bäume können reden. Ihre Blätter singen und wenn man die Seele öffnet, dann schenken sie Ruhe. Sie sind wohl nicht nachtragend.

Vielleicht währe es besser, der Wald würde sich wehren, aber er tut's nicht, er tut es einfach nicht. Vielleicht, weil er besser ist als wir und weil er Krieg um jeden Preis vermeiden will. Er ist weise, er ist klüger als wir. Vielleicht ist das sein Vergehen, aber wenn der Wald stirbt und die Tiere und Bäume, so sterben auch wir und vergehen.
Dann sterben wir durch unsere Hand.

Aber noch reden die Bäume zu uns.
Sie singen das Lied vom Frieden.
Wir sollten auf sie hören.


REDE EINES REISENDEN

Ich wurde pünktlich im Vollmond geboren, so nahm es meine Mutter war und so wollte sie es. Die, die bei mir waren, sahen es ebenfalls so, doch weilten Andere weiter außen und sahen andere Monde. So hält es unser Volk, denn es ist dazu fähig. Wir sind Reisende, wir reisen in den Ebenen. Wir reisen in der Zeit, wir reisen von Ort zu Ort. Eure Wahrheit, die Wahrheit, die ihr kennt, ist nur ein Teil der Wirklichkeit.
Als ich älter wurde, das heißt weiser, denn die Zeit ist für uns nicht von Belang, da lernte ich es den Meinen gleich zu tun. Ich weilte hier und ich weilte dort und ich weilte in verschiedenen Ebenen. Eure ist ein Teil vom Ganzen und eure Zeit ist ein Teil von dem Großen, dass man nicht mehr temporär nennen kann.
Ihr könnt das nicht verstehen, denn euer Geist beschränkt sich auf eure Welt. Ich aber, fernab der Heimat, und doch näher als du dieser Schrift bist Leser, komme nur vorübergehend unter euch. Ich will von euch lernen, ich will lernen wie ihr versteht, denn meine Wahrheit ist nur ein Teil der ganzen Wahrheit und eure ist es ebenso.
Ich mag euch übersinnlich erscheinen, aber ich bin es nicht – ich bin es nicht. Ich bin nur anders, ich bin älter und jünger als ihr und weiter und beschränkter und an manchen Orten gleichzeitig.
Habt keine Angst vor mir, denn im Geiste sind wir (wenn auch so verschieden) Geschwister.
Seid tolerant, ich bitte euch, denn ich werde es auch sein und in einer Weile wie ihr es nennt, werde ich fort sein. Ich bin nur vorübergehend hier, ich will nur lernen. Ich bin kein Gott, ich bin nur ein neugieriger Reisender.

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